Krater-Aussicht
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Der Krater

Forschungsgebiet

Map of AfricaDer Ngorongoro-Krater ist ein 300 km2 großer Einbruchkrater im Norden Tansanias. Der Kraterboden liegt auf ca. 1700 m über NN und ist bewachsen von Kurzgrassavanne und Akazienwäldern. Der Kraterrand liegt auf ca. 2300 m über NN. Seine Vegetation besteht aus Busch- und Heideland, Langgrassavanne und immergrünem Bergwald. Der Durchmesser des Kraters variiert zwischen 17 und 21 km.

Der Ngorongoro-Krater ist Teil der Ngorongoro Conservation Area, eines Schutzgebietes, dessen Westgrenze an das Gebiet des Serengeti-Nationalparks grenzt. Der Ngorongoro-Krater ist ökologisch eng mit der Serengeti verbunden und gilt als Teil des riesigen Serengeti-Mara Ökosystems. Die Ngorongoro Conservation Area und der Serengeti Nationalpark sind beide UNESCO Welterbe.

Der Krater beherbergt eine der höchsten Dichten an Großraubtieren Afrikas. Neben Tüpfelhyänen gibt es Löwen, Leoparden und Geparde. Besonders groß ist auch die Dichte an Zebras, Büffeln, Gnus, Elenantilopen, Grant’s- und Thomson’s-Gazellen. Elefanten, Flusspferde und eine kleine, wachsende Population der bedrohten Spitzmaulnashörner bewohnen ebenfalls den Krater.


Lokale Bevölkerung

Der Ngorongoro-Krater wurde bis 1974 von verschiedenen afrikanischen Stämmen bevölkert; während der Kolonialzeit wohnten darin auch deutsche Farmer. 1974 wurden die damals im Krater lebenden Massai, aus dem Nildelta stammende Viehhirten, auf Beschluss der Tansanischen Regierung auf den Rand des Kraters und das umliegende Hochland umgesiedelt. Dort betreiben sie weiter Viehwirtschaft und halten Rinder, Schafe, Ziegen und Esel.

In der Kultur der Massai haben Rinder einen sehr hohen Stellenwert. Diejenigen Massai, die am Kraterrand oder in der Nähe leben, dürfen ihre Rinder tagsüber zum Äsen und Lecken von Mineralien auf den Kraterboden führen.

Tüpfelhyänen haben bei den meisten Stämmen Ostafrikas kein gutes Image. Im Gegensatz zu Löwen werden Hyänen von Massai-Kriegern und Männern anderer Stämme nicht traditionell gejagt. Hyänen werden jedoch getötet, wenn sie Rinder, Ziegen oder Schafe angreifen, die sich tagsüber verlaufen, oder die am Abend nicht in die eingezäunten Dörfer geführt werden. Dazu wird meist Gift eingesetzt, das in die Kadaver hineingespritzt wird.

Inzwischen arbeiten viele Massai als Angestellte in der Verwaltung des Ngorongoro-Schutzgebietes, als Wildhüter und auch in Forschungsprojekten. Auch unser Projekt beschäftigt zwei Massai.


Weitere Informationen

Internetseite der Ngorongoro Conservation Area Authority (NCAA)